Joseph Scheffel kam anderthalb Wochen nach der Fastnacht 1826 an einem Donnerstag in Karlsruhe zur Welt und wurde eine Woche später katholisch getauft. Auszug aus dem „Duplicat der Kirchen- und bürgerlichen Standes-Bücher der katholischen Stadtpfarrei in Carlsruhe im Jahre 1826“, S. 12/13:

Quelle: Generallandesarchiv Karlsruhe 390 Nr. 1976, Bild 126
[S. 12]
Joseph Victor,
Sohn des h. Philipp Jacob Scheffel, Großh. Bad.
Hauptmann im Generalstab, und seiner Ehegattin
Marie Josephine geb. Krederer, wurde den
16. Febr. 1826. Nachmittags 3 ½ Uhr hier
geboren und den 23. d. M. Vormittags ½ 11.
Uhr v. Unterzeichnetem getauft. Taufpathen
und Zeugen waren: h. Franz Nikolaus
Jmelin, Königl Französischer Hauptmann
im Generalstab. 2. h. Wilhelm Frid. Klose,
Großh. Bad. Hauptmann à la suite, und
Ingenieur-Geograph nebst Gattin Elise
Sophie geb. Kieselbach, 3. Frau Maria
[S. 13]
Katharina Krederer, geb. Eggstein. –
Carlsruhe 23. Februar. 1826 [Unterschift des Pfarrers]
Neben der Großmutter Krederer, die 1851 während Josephs Aufenthalt in Säckingen starb, waren zwei Berufskollegen von Scheffels Vater Taufpaten des Jungen, ein badischer und ein französischer Hauptmann der Rheinregulierungs-Kommission. Die Taufe des Erstgeborenen stand nach dem Willen des Vaters im Zeichen des friedlichen Miteinanders der Grenzregionen.
„Mit den französischen Offizieren jener Commission stand Hauptmann Scheffel auf dem freundschaftlichsten Fuße, ja François Immelin, Hauptmann im französischen Generalstabe, wurde in Folge dieser Beziehungen Josephs Pathe neben dem Hausgenossen und Intimus Wilhelm Friedrich Klose, der Hauptmann im badischen Generalstab war“ (Johannes Proelß, Scheffel’s Leben und Dichten. Berlin 1887, S. 233)
