Wie feiert Säckingen einen Dichter, von dem die Stadt nicht sicher ist, ob er sich 1850/51 als junger Rechtspraktikant in ihren Mauern wohlgefühlt hat? Zweifel sind angebracht. Seinen Eltern in Karlsruhe teilte Scheffel drei Tage nach seinem 25. Geburtstag aus Säckingen mit:
„ich komme […] im Sommer mit Sack und Pack heim und will sodann die Fahrt nach Welschland vorbereiten“, und er fügt hinzu:
„Dass ich im Säckinger Dienst hinter der Welt und ihrer Kultur für ‚brauchbar‘ erfunden werde, ist mir sehr schmeichelhaft, wiewohl nichts dazu gehört als die Resignation, die vier Wände der Kanzlei und die Aktenfaszikel für ein volles frisches Leben anzunehmen und sich darein zu werfen.“
Brief an die Eltern vom 19. Februar 1851

Als der Abschied nahte, bedauerte er, dass er die Natur, in der sich so selig träumen ließ, zurücklassen musste:
„Gestern bin ich bei meinen Freunden, den Wäldern, herumgezogen, in Schweighof, Wieladingen, Hänner und hab am Wieladinger Wasserfall, umrauscht vom Sturzbach und dem Flüstern der alten Tannen, meinen Morgenimbiß verzehrt und Abschied von den Nixen und Elfen des Waldes genommen, die mir so manchen guten Tag bereitet haben. Wo werd ich in den nächsten Jahren herumziehen? Und wann mich beruhigt festsetzen, ein Weib nehmen und meinen Kohl pflanzen?“
Brief an die Mutter vom 4. August 1851

Lesen Sie Scheffels Monolog, den er sich selbst am Morgen seines 25. Geburtstags in seiner Säckinger Wohnung im Hallwyler Hof gehalten hat: „Wie der Dr. Scheffel an besagtem Tage – so zufällig ein Sonntag war, wo es seine Amtsgeschäfte erlaubten – eine Morgenkontemplation abgehalten und wes Inhalts“:
“ …. und jetzt, am Schluss deines Víerteljahrhunderts bist du, ein Mensch, der einst frische Lieder gesungen und der Natur mit dem Bleistift das Geheimnis ihres Schaffens abgelauscht hat, der Polizeityrann von Säckingen geworden und sperrst Leute ein, wenn sie über 10 Uhr im Wirtshaus sitzen: Mensch, angesichts dieser Tatsachen ist der Wunsch motiviert: Werde endlich vernünftig!“
Die Scheffel-Freunde interessieren sich für den Dichter Joseph Victor von Scheffel (1826 – 1886) und sein literarisches Werk. Insbesondere ist ihnen daran gelegen, die Erinnerung an das Versepos „Der Trompeter von Säckingen“ und seine Schauplätzen wach zu halten. Zweck des gemeinnützigen Vereins ist laut Satzung
„die Förderung der Scheffelräume im Hochrheinmuseum Schloss Schönau sowie […] die Bewahrung des kulturellen Erbes von Joseph Victor von Scheffel.“
